Protokoll zum Fachgespräch der elag am 12.06.2008

Heike Wilsdorf beginnt die Tagung mit einer Andacht zu einem Text aus dem Johannesevangelium „zum Lahmen, der wieder gehen kann“ (Johannes 5,1-9) als einer Analogie des „Hineingebildet-werden in die Welt“.

In seinem anschließenden Grußwort bestätigt der Landrat des Kreises Altenkirchen, Michael Lieber, die große Bedeutung der Bildung für die Region: Aus- und Weiterbildung müsse wieder zu einer wichtigen Aufgabe werden. Er verweist in diesem Zusammenhang auf einen Bildungsgipfel mit großer Beteiligung aus Wirtschaft, Bildung und Politik im vergangenen Jahr im Kreis Altenkirchen und auf die Anbindung des Kreises Altenkirchen an das Kompetenzzentrum der Universität Siegen.

Die Vorsitzende Kirsten Arnswald bezieht sich in ihrer Einführung der Tagung auf eine Veröffentlichung der EKD von 2007 mit dem Titel: „Wandeln und Gestalten – Missionarische Chancen und Aufgaben der evangelischen Kirche in ländlichen Räumen“.
In dieser Studie wird deutlich, dass ländliche Räume unterschiedliche Chancen und Bedingungen haben, die es zu fördern und zu entwickeln gilt. Die elag als Landesarbeitsgemeinschaft der Ev. Erwachsenenbildung in einem Bundesland, das zu 85% ländlich strukturiert ist, will mit dieser Fachtagung der Frage zur Bedeutung und der Möglichkeit evangelischer Erwachsenenbildung für die Entwicklung im ländlichen Raum nachgehen und einen Anstoß geben, gemeinsam mit anderen an der Zukunft und Weiterentwicklung der ländlichen Regionen in Rheinland-Pfalz zu arbeiten und daraus Impulse für die Arbeit der Ev. Erwachsenenbildung mitzunehmen.

Zur Präsentation der Ergebnisse des Projektes „Demografischer Wandel und Sozialer Wandel im ländlichen Raum“ – Herausforderungen und Perspektiven für die Weiterbildung“ von Susanne Mayer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Trier, sei auf die gleichlautende Veröffentlichung verwiesen, die alle Mitglieder erhalten haben.

In der anschließenden Podiumsrunde nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu folgenden Fragen Stellung:

Brigitte Erzgräber,
Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur
Abteilungsleiterin Weiterbildung

  • Beitrag des Ministeriums zur Stabilität der Strukturen im ländlichen Raum
  • Bildung/Weiterbildung – welchen Stellenwert hat die nicht berufliche Bildung?
  • Abstimmung mit den anderen Ministerien im Blick auf Schnittmengen in der Förderung von Bildung im ländlichen Raum

Frau Erzgräber betont, dass Weiterbildung mehr sei als berufliche Bildung und zitiert dazu aus dem Weiterbildungsgesetz von Rheinland-Pfalz (WGB § 1 und 2). Die Inhalte und die Funktion von Weiterbildung haben sich seit der Verabschiedung des Gesetze 1995 nicht geändert, wohl aber der Focus. So erhalte z.B. die Förderung der Integration von MigrantInnen, die Bildungsbeteiligung bildungsferner Bevölkerungsgruppen und die Stärkung des Ehrenamtes heute eine größere Bedeutung.