Pressebericht zur Mitgliederversammlung der elag am 8./9.Juni 2011

Politische Bildung stärkt Bürgergesellschaft

KAISERSLAUTERN/BAD MÜNSTER AM STEIN, 8. Juni 2011. Dem weiten Feld der politischen Erwachsenenbildung öffnete sich die Mitgliederversammlung der Evangelischen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz auf ihrer Mitgliederversammlung vom 8. auf den 9. Juni auf der Ebernburg. Die öffentliche Präsenz des „Wutbürgers“ und die mediale Inszenierung von „Erregungs-Politik“ hat zu der Frage geführt, welchen Beitrag evangelische Erwachsenenbildung zur demokratischen Entwicklung leiste, so Winfried Frank, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft, zu Beginn des Gesprächs. Prof. Thomas Schlag, Theologe und Politikwissenschaftler aus Zürich,  versuchte in seinem Vortrag, kirchliches Bildungshandeln in den Kontext des christlichen Gestaltungsauftrags dieser Welt zu stellen. Dabei sei die Annahme der prinzipiellen Unabgeschlossenheit menschlichen politischen Wirkens die Stärke Evangelischer Erwachsenenbildung und Grund zur Entfaltung des Möglichen „wie es sein könnte“. Verantwortung im Politischen wahrzunehmen, bedeute Wissensvermittlung, Deutung und Übernahme von Verantwortung.

Die anschließende Gesprächsrunde mit Vertretern der drei Fraktionen im Landtag, der Landeszentrale für Politische Bildung, der Heinrich Böll-Stiftung und dem Beauftragten der Landeskirchen bei der Landesregierung Dr. Thomas Posern wurde von Ludger Fittkau vom D-Radio Kultur moderiert und widmete sich verschiedenen Facetten gegenwärtiger Praxis politischer Bildung. Wie verändert das Internet die Wahrnehmung gesellschaftlicher Konflikte? Wie viel Aufklärung oder Vernebelung  leisten die quotenorientierten Talkshows? Führt die Beschleunigung des Alltags zu einer Entpolitisierung? Hat die politische Erwachsenenbildung in Bezug auf die demografische Entwicklung und den notwendigen Umbau des ländlichen Raums eine stabilisierende Funktion, in dem sie im Alltag der Menschen ankert und lebensbegleitende Unterstützung anbietet?

Stärkung der Bürgergesellschaft schien allen konsensfähig und bedeute für die politische Bildung: selbst initiativ werden durch das Anregen von gesellschaftlichen Bewegungen und Initiativen „vor Ort“.

Mainz, den 10.06.2011