Vorwort

Vorwort

1997 erschien das erste ABC der Weiterbildungsförderung. Zwei Jahre zuvor hatte die Landesregierung das Weiterbildungsgesetz (WBG) novelliert und dabei den anerkannten Landesorganisationen einen größeren Spielraum im Hinblick auf die Gestaltung ihrer internen Strukturen und die Mitwirkung im öffentlich verantworteten und geförderten Weiterbildungssystem eingeräumt. Ein großer Teil der Verantwortung bezüglich der Festlegung der Förderfähigkeit liegt seitdem bei der Statistikkommission des Landesbeirats für Weiterbildung. Diese legt strittige Fragen im Hinblick auf die Förderfähigkeit einzelner Maßnahmen bzw. Maßnahmetypen aus. Zur Aufgabe dieser Kommission gehört seit 1996 auch die Förderung der Qualität der Weiterbildungsarbeit allgemein. Die Gewährleistung der Förderfähigkeit nach dem WBG stellt für die Qualität der Bildungsmaßnahmen eine notwendige Grundlage dar. Diese reicht aber nicht aus, um die heute allgemein akzeptierten Qualitätsanforderungen zu gewährleisten.

Die erste Auflage des ABC’s füllte diesen Verantwortungsrahmen konkret aus. Erste Ansätze von Qualitätssicherung als dem eigenverantwortlichen Handeln von Weiterbildungsveranstaltern zur Verbesserung der Qualität ihrer Bildungsarbeit wurden aufgenommen. Dieser Ansatz hat sich in den vergangenen sechs Jahren rundherum bewährt. Das zeigt sich auch darin, dass das ABC nach wie vor rege nachgefragt wird. Die erste Auflage von 1997 wurde noch getrennt von den einzelnen Landesorganisationen ELAG, KEB und LAG anderes lernen verantwortet. Die Grundlage aller drei Veröffentlichungen bildete allerdings schon damals eine Vorlage aus der Evangelischen Erwachsenenbildung. Heute haben sich diese 3 Landesorganisationen gemeinsam an die Neuauflage des ABC der Weiterbildung mit Hinweisen zur Qualitätsentwicklung gemacht. Lediglich einige trägerspezifische Besonderheiten werden durch abweichende Formulierungen berücksichtigt. Die inhaltlichen Aussagen gelten gleichermaßen für alle drei Landesorganisationen. Dieser kooperative Ansatz spiegelt die Entwicklung der letzten Jahre in der rheinland-pfälzischen Weiterbildung wider. Sowohl einzeln als auch im Verbund entwickelten die anerkannten Landesorganisationen und die Volkshochschulen ihre Qualitätsentwicklungsstrategien weiter. Sichtbares Zeichen hierfür ist das „Trägerübergreifende Qualitätsmodell für dezentrale Weiterbildungsträger und ihre Landesorganisationen“, das im September 2002 veröffentlicht wurde und viel Beachtung fand. Wichtige Erkenntnisse aus diesem Modell nehmen wir in das ABC auf. Dabei wird an dem Ansatz einer lexikonartigen Besprechung „gängiger“Aktivitäten von Kirchengemeinden und anderen kirchlichen Einrichtungen, genauso wie von freien Initiativen und Verbänden festgehalten. Einige Begriffe haben wir hinzugefügt, bekannte zum Teil auf der Basis der Erfahrungen von sechs Jahren Praxis mit dieser Handreichung klarer formuliert.

Neu ist die Verbindung des Lexikons mit praxisnahen Instrumenten der Qualitätsentwicklung, über die wir inzwischen verfügen und die sich vielfach in der praktischen Arbeit vor Ort bewährt haben. Sie finden sich im zweiten Teil der Broschüre ergänzt um nützliche Handreichungen, wie zum Beispiel wichtigen Adressen aus der Landesorganisation. Die Qualitätsentwicklungsinstrumente helfen, wichtige Ziele bei der kirchlichen Erwachsenenbildungsarbeit zu erreichen:

Die fundierte Ermittlung des Bildungsbedarfs unserer Zielgruppen
Eine gute Veranstaltungsplanung
Eine Veröffentlichung, die möglichst genau die Zielgruppe erreicht und umfassend informiert
Eine erfolgreiche Durchführung der Veranstaltung
Die optimale Kooperation mit den Referierenden
Möglichst lernfördernde Veranstaltungsräume
Eine einfach umsetzbare Veranstaltungsauswertung und anderes mehr.

Die entsprechenden Qualitätsentwicklungsintrumente haben wir nicht nur in die Handreichung aufgenommen, sondern darüber hinaus mit den Stichworten des ersten Teils so verbunden, dass eine möglichst intensive Inanspruchnahme erfolgen kann. Insofern wird den Benutzern dieses ABC’s nach wie vor empfohlen, gezielt anhand der Stichworte nach Informationen zur Veranstaltungsdurchführung und zur Bezuschussungsfähigkeit zu suchen. In diesem Heft wird an unterschiedlichen Stellen auf Kriterien für die Förderfähigkeit von Weiterbildungsveranstaltungen verwiesen. Sie sollen daher hier im Überblick vorangestellt werden.

Die Veranstaltungen müssen Gelegenheiten zum organisierten Lernen bieten. Die Lernprozesse müssen so gestaltet sein, dass sie gegenüber anderen Elementen wie Verkündigung, Meditation, Geselligkeit, Unterhaltung deutlich überwiegen.
Zum organisierten Lernen gehört selbstverständlich das Üben des Gelernten. Dieses Üben muss jedoch im engeren Zusammenhang mit dem Lernprozess stehen. Wenn das Ausüben des Gelernten überwiegt, handelt es sich nicht mehr um eine förderfähige Weiterbildungsveranstaltung.
Die Veranstaltungen müssen öffentlich zugänglich sein und in geeigneter Weise öffentlich bekannt gemacht werden (z.B. durch Plakate, Aushänge, Handzettel, Rundbriefe, Pressemeldungen, Programme, das Internet oder ähnliches).
Die Veröffentlichung muss so gestaltet sein, dass der Charakter als Bildungsangebotdeutlich wird. Dies wird insbesondere durch die Themenformulierung gewährleistet, ferner durch Untertitel oder andere Zusätze, die die inhaltlichen und pädagogischen Zielsetzungen erläutern.
Bei längerfristigen Veranstaltungen (in der Regel ab 8 Unterrichtsstunden) ist eine Teilnahmeliste erforderlich.
Die Teilnahmezahl muss mindestens 8 Personen betragen.
Für die Bezuschussung wird zusätzlich zur Veröffentlichung ein Veranstaltungsnachweis(gegebenenfalls als Rückaufkleber) eingereicht, durch den das Thema, der Veranstaltungsort und –zeitraum, die Zahl der teilnehmenden Männer und Frauen sowie die Zahl der Unterrichtsstunden dokumentiert werden.
Beratung, Unterstützung sowie Muster für Handzettel, Plakate, Veranstaltungsnachweise und Teilnahmelisten erhalten Sie bei der jeweils zuständigen Arbeitsstelle für Erwachsenenbildung in Ihrer Region. Die Adressen finden sich im Anhang.

Mainz, April 2004

Dr. Wolfgang Wittrock & Rainer Christ für die Evangelische Erwachsenenbildung
Elisabeth Vanderheiden & Thomas Sartingen für die Katholische Erwachsenenbildung
Karola Büchel & Harry Hellfors für anderes Lernen