Kategorie: 2016

Mitgliederversammlung 2016

Vier Kolleginnen und Kollegen sind 2016 zum letzten Mal als Delegierte auf der Ebernburg: Dietmar von Blittersdorff, Ilse Blendin und Ruprecht Beuter gehen 2016 bzw. 2017 in den Ruhestand. Olav Schmidt (Methodistische Kirche) verlässt Deutschland und wird einen Missionsauftrag in Malawi übernehmen. Markus Risch steht nach 6 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung. Heike Wilsdorf überreicht allen einen kleinen Abschiedsgruß.

 

 

Markus Risch

 

Dietmar von Blittersdorff

 

Ilse Blendin

 

Ruprecht Beuter

 

Olav Schmidt

Sensibilisierungsworkshop Finanzielle Grundbildung: Bedarfe erkennen – ansprechen – handeln

Der Workshop richtet sich an Fachkräfte, die in ihrem beruflichen Alltag Menschen mit Grundbildungsbedarf begegnen. Er wendet sich an Mitarbeitende in der Sozialberatung, Schuldnerberatung, Familienberatung, Integrationsberatung, Verbraucherberatung sowie an Vermittlungs- und Integrationsfachkräfte der Agenturen für Arbeit und Jobcenter. Angesprochen sind ebenfalls Lehrende im Bereich der Erwachsenenbildung. Ziel ist, für Finanzielle Grundbildung zu sensibilisieren, um Grundbildungsbedarfe erkennen und das Thema kompetent ansprechen zu können. 

In dem eintägigen Workshop werden Ihnen theoretisches Wissen und Kenntnisse über Alphabetisierung und (Finanzielle) Grundbildung sowie über Ihre Funktion als Vertrauens- und Schlüsselperson vermittelt. Gemeinsam erarbeiten Sie, was Hinweise für (Finanziellen) Grundbildungsbedarf sein können, wie ein solcher Bedarf identifiziert und im Beratungskontext angesprochen werden kann. Hierzu werden konkrete Gesprächshilfen zur Gestaltung der Beratungssituationen entwickelt. Weiterhin werden Unterstützungsmöglichkeiten, Lernangebote sowie die Vermittlung zu Weiterbildungseinrichtungen thematisiert. Sie tauschen sich über regionale Hilfsangebote und Vernetzungsmöglichkeiten aus und erarbeiten gemeinsam Handlungsoptionen. Der Workshop wird im Trainertandem durchgeführt.

Hinweis: Der Workshop wird im Rahmen des Forschungsprojekts „Curriculum und Professionalisierung der Finanziellen Grundbildung (CurVe II)“ durchgeführt und wird zu wissenschaftlichen Zwecken evaluiert werden. Geplant sind zwei Fragebogenerhebungen (eine direkt im Anschluss an die Veranstaltung und eine zweite Befragung nach ca. vier bis sechs Monaten). Hierbei bitten wir herzlich um Ihre Mitarbeit.  Alle Antworten werden vertraulich behandelt und anonym ausgewertet. Die Teilnahme an der zweiten Erhebung kann mit einer Aufwandsentschädigung honoriert werden.

Termin: 14.Juni 2016 (10.00 bis 17.00 Uhr)
Ort:

Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN,

Albert-Schweitzer-Str. 113-115, 55128 Mainz

Anmeldeschluss:

7.6.2016

 

Veranstalter und Ansprechpersonen:

Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE) 
Projekt CurVe II
Monika Tröster
Heinemannstr. 12-14
53175 Bonn
Tel.: 0228.3294306

troester@die-bonn.de
www.die-bonn.de / www.die-curve.de

Detaillierte Informationen zum Workshop sowie ein Anmeldeformular finden Sie im Anhang.

Mehr Unterstützung und Fortbildung für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit.

Aufgrund des großen Bedarfs will die Evangelische Erwachsenenbildung in Rhein-land Pfalz ihr Engagement in der Integration von Flüchtlingen weiter ausbauen. Die vielen Ehrenamtlichen in den Gemeinden, die Sprachkurse oder andere Un-terstützungsangebote anbieten, sollen für dieses besondere Aufgabe qualifiziert und begleitet werden.

BAD MÜNSTER AM STEIN/MAINZ. Dies ist das Ergebnis eines Fachgesprächs, zu dem die Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz (elag) anlässlich ihres 40jährigen Jubiläums auf die Ebernburg in Bad Münster am Stein eingeladen hatte. Man wolle das Jubiläum feiern, in dem man sich den Herausfor-derungen der Zukunft stelle, so die Vorsitzende der elag, Pfarrerin Heike Wilsdorf.

Das Fachgespräch wurde eingeleitet durch einen Situationsbericht des Landesbeauftrag-ten für Migration und Integration. Miguel Vicente verwies angesichts des kurzfristigen und massiven Anstiegs der dem Land zugewiesenen Flüchtlinge darauf, welche Anstren-gungen es seitens der Landesregierung bedeute, die Kapazitäten für die Aufnahme der Flüchtlinge und die Infrastruktur für die Integration aufzubauen. „Das kann keine Regie-rung oder Organisation allein, das kann nur gemeinsam gelöst werden“, so Vicente. Die Anstrengungen der Landesregierung konzentrierten sich auf fünf Felder: die Erstauf-nahme und die Verteilung auf die Kommunen, wobei diese frühzeitig informiert werden müssen, wer mit welchen Fluchthintergrund und Fluchterlebnissen  ihnen zugewiesen werde. Desweiteren müssten die vielen Ehrenamtlichen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren wollen, auf die besonderen Herausforderungen vorbereitet werden. Dies gelte sowohl für Rechtsfragen, die mit dem Status der Flüchtlinge verbunden seien, als auch für die psycho-sozialen Probleme vieler Flüchtlinge. Für die gesundheitliche Situa-tion, die Verarbeitung der Bürgerkriegssituation und der traumatischen Erlebnisse sei schnelle Hilfe und Unterstützung notwendig. Seitens der Landesregierung werden dazu fünf spezialisierte Dienste aufgebaut. Weitere Schwerpunkte seien die Sprachförderung und die Arbeitsmarktintegration.

Pfarrer Siegfried Pick, der Leiter des Ausländerpfarramts im Kirchenkreis an Nahe und Glan in Bad Kreuznach, ergänzte die Ausführungen von Vicente durch Praxisbeispiele aus seiner täglichen Arbeit. Mit Hilfe vieler Ehrenamtlicher betreibe das Ausländer-pfarramt ein Lernzentrum in Bad Kreuznach, das jedes Jahr für 800 bis 1000 Migranten und Flüchtlinge Lernangebote, insbesondere Sprachkurse, anbiete. Neben weiteren Pro-jekten und einer offenen Bildungsarbeit in Kirchengemeinden, bei der über Hintergrün-de von Flucht und Vertreibung informiert werde, gehe das Ausländerpfarramt mit sei-nen Angeboten auch aufs Land. Denn die Flüchtlinge konzentrierten sich nicht mehr nur in bestimmten Kommunen sondern seien inzwischen auch im ländlichen Bereich ange-kommen. Es gehe dabei immer um die Aufgabe, schnell und unbürokratisch auf den Be-darf vor Ort zu reagieren, so der evangelische Ausländerbeauftragte. Aber bei allen Be-mühungen seien die Strukturen nicht ausreichend.

In der abschließenden Diskussion mit den Abgeordneten Ingeborg Sahler-Fesel aus Trier und Gerd Schreiner aus Mainz, die vom Beauftragten der Evangelischen Kirchen im Land Rheinland Pfalz, Kirchenrat Dr. Thomas Posern, moderiert wurde, wurden die an-gesprochenen Themen seitens der Träger der Erwachsenenbildung weiter vertieft. So wies die Landesgeschäftsführerin der Katholischen Erwachsenenbildung,  Elisabeth Vanderheiden, auf die außerordentlich gute Koordination der Weiterbildungsträger in Rheinland-Pfalz bei den Sprach- und Orientierungskursen für Flüchtlinge hin. Aber auch der Bedarf an politischer Bildung wurde hervorgehoben. Dabei gehe es insbesondere darum, die Ängste und Vorurteile in der Bevölkerung ernst zu nehmen und präventiv in Bildungsangeboten zu bearbeiten. Auf die Frage, welche Erwartungen die Abgeordneten an die Evangelische Erwachsenenbildung in der Flüchtlingsarbeit hätten, wurde neben Sprachangeboten und Arbeitsintegration immer wieder die Unterstützung und Qualifi-zierung der Ehrenamtlichen genannt , die auch eine Supervision einschließe. Die Politik ihrerseits versprach im Nachtragshaushalt mehr Geld für die Flüchtlingsarbeit bereit zu stellen. Die Abgeordnete Sahler-Fesel verwies zum Schluss auf das politische Problem, dass die notwendige Flüchtlings- und Integrationshilfen nicht den Blick darauf verstel-len dürften, dass es auch andere Notleidende in unserer Gesellschaft gebe. Die Tatsache, dass deren Probleme nicht so im medialen Interesse stünden, dürfe nicht zu einer Kon-kurrenz- oder Neiddiskussion führen. Der Landesbeauftragte Vicente äußerte die Hoff-nung, dass im Wahlkampf 2016 das Flüchtlingsthema zwar kontrovers aber im Be-wusstsein einer nur gemeinsam zu lösenden Aufgabe diskutiert werde.

Pfarrerin Heike Wilsdorf bekräftigte am Ende der Veranstaltung den Entschluss des Vorstandes der Evangelischen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung, die Flüchtlingsarbeit in Rheinland Pfalz weiter auszubauen und Konzepte für die Qualifizie-rung von Ehrenamtlichen zu entwickeln.

Zum Hintergrund:

Die Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft (elag) ist der Zusammenschluss der Einrich-tungen der Evangelischen Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz. Sie wurde 1975 als Verein gegründet und hat ihren Sitz in Mainz. Mit etwa 6.200 Veranstaltungen im Jahr, durchschnittlich über 40.000 Weiterbildungsstunden und 120.000 Teilnehmenden ist die elag einer der größten Weiterbildungsträger in Rheinland-Pfalz.

STARKE SEITEN – Evangelische Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz

Gesellschaftspolitische Themen –  Gerechtigkeit und Armut, Alternativen zur Verschwendung der ökologischen Ressourcen, bürgerschaftliches Engagement u.a. – stehen ebenso im Fokus unserer Bildungs- und Fortbildungsangebote wie die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben – der Gesundheit, dem Altern und den unterschiedlichen Perspektiven der Geschlechter. Und natürlich, das macht uns aus, stellen wir Themen in den Vordergrund, die sich explizit mit der Bibel, den Themen der Reformation und weiteren Aspekten des religiösen Lebens befassen.

Die in diesem Heft vorgestellten Veranstaltungen antworten zu einem großen Teil auf aktuelle bundes- und landespolitische Fragestellungen. Evangelische Erwachsenenbildung erfüllt damit eine zentrale Aufgabe allgemeiner Weiterbildung, die über die berufliche Verwertbarkeit ihrer Angebote weit hinaus reicht. 

Zu den „Starken Seiten“ gehört auch ein Blick auf unsere Veranstaltungs-Statistik. In diesem Heft findet sich ja nur eine Auswahl unseres breiten Spektrums. Unsere inhaltlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Theologie, Religion und Eltern- und Familienbildung. Stark sind wir vor allem bei den Teilnahmezahlen: mit 118.225 Teilnehmenden im Jahr 2010 stehen wir an dritter Stelle der sieben staatlich anerkannten Weiterbildungsträger in Rheinland-Pfalz.

Es ist eine Freude und besondere Herausforderung, diesem Interesse an evangelischer Erwachsenenbildung immer wieder gerecht zu werden und einen wachen Sinn dafür zu bewahren, was gesellschaftlich und individuell gebraucht wird.

Karola Büchel