Kategorie: Grundbildung

Alphabetisierungskurse und Unterstützungsmaßnahmen der ELAG 2019

Die Evangelische Erwachsenenbildung bietet seit 2013 landesweit Alphabetisierungs- und Grundbildungskurse auf verschiedenen Niveaustufen an, um Betroffene bedarfsgerecht zu beraten, zu begleiten und zu unterstützen. Die Kurse sind auf den jeweiligen Lernstand zugeschnitten, vermitteln grundlegende schriftsprachliche Kompetenzen und weitere Grundbildungselemente zur Anwendung in Beruf und Alltag. Neben den Kursen stehen den Teilnehmenden individuelle Lernberatung und soziale Betreuung zur Verfügung.

Wir nutzen unser Know-how als erfahrener Bildungsträger, um attraktive Angebotsformate und Lernarrangements zu entwickeln und vorzuhalten, die sich nahe an der Alltagsrealität der betroffenen Menschen orientieren. Die beratende und ermutigende Ausrichtung von Kurs- und Unterstützungsangeboten ermöglicht es Betroffenen, mit größerem Selbstvertrauen im Alltag, in Berufsvorbereitung bzw. in Ausbildung und Beruf zurechtzukommen.

Konkrete Schwerpunkte innerhalb der jeweiligen Kursangebote auf den unterschiedlichen Niveaustufen sind: Lerninteressen und Lernmotive der Teilnehmenden; Lernen lernen; Arbeit am Computer mit neuen Lernprogrammen, Verfassen eigener Texte, Rechnen, Umgang mit PC und Medien; (Weiter-)Entwicklung von Schriftsprachlichkeit für Alltag, Ausbildung und Beruf, Gesundheit und Ernährung und Einbindung des Moduls „Finanzielle Grundbildung“ (ökonomische GB) in Zusammenhang mit Lesen und Schreiben.

Unsere Kursangebote sind in ein differenziertes Netzwerk eingebunden: Auf Landesebene kooperiert die ELAG mit den weiteren maßgeblichen Trägern in einem rheinland-pfälzischen Alphabetisierungs- und Grundbildungsnetzwerk (GrubiNetz). Ein wichtiger Kooperationspartner auf Bundesebene ist das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) mit dem Projekt CurVe zur Verbindung von Grundbildung und Schuldnerberatung. Hinzu kommen eine Vielzahl weiterer Netzwerke und Kooperationen auf regionaler Ebene. Wir binden aktiv regionale Akteure wie Jobcenter, kommunale und kirchliche Beratungsstellen, Betriebe, Schulen usw. ein, die Menschen mit Lücken in der Grundbildung erkennen und in die Beratungsangebote und Kurse vermitteln. Unsere zentralen Aktivitäten in den Netzwerken sind die Information, Sensibilisierung und Vorstellung der Kurs- und Unterstützungsangebote in den jeweiligen Regionen bis hin zur Einrichtung neuer Kurse. Neben den ESF-geförderten Kursen führen wir landesweit eine große Zahl niedrigschwelliger Kurse durch und bieten seit 2018 jeweils ein Alpha-Cafe´ in Simmern und Rockenhausen als Anlauf- und Beratungsstellen an.

Das Kursangebot ist jeweils auf die regionalen Verhältnisse angepasst. In der Regel werden Kurse mit einem Umfang von 100 – 120 UE angeboten, die zwei Mal im Jahr beginnen.

Unser über den Europäischen Sozialfonds und das Land Rheinland-Pfalz gefördertes Kursprogramm wird in den Regionen Pfalz, Hunsrück und an der Nahe durchgeführt. An allen Standorten werden sowohl Einführungs- wie Fortgeschrittenenkurse angeboten.

Weitere Informationen zu Vorgaben des ESF-Projektes können den Webseiten entnommen werden:

Nähere Informationen zu den einzelnen Kursen erhalten Sie direkt über unsere Mitgliedseinrichtungen.

Beteiligte Mitgliedseinrichtungen

Diakonisches Werk Pfalz, Speyer
Karmeliterstraße 20
67346 Speyer
diakonie@diakonie-pfalz.de
Durchführungsort:

  • 67063 Ludwigshafen, Treff International

Evang. Erwachsenenbildungswerk Simmern
Herzog-Reichard-Str. 30
55469 Simmern
eeb-sued@eeb-sued.de
Durchführungsorte:

  • Ev. Erwachsenenbildungswerk, Herzog-Reichard-Str. 30, 55469 Simmern
  • Bonhoeffer-Haus, Kurhausstr. 6, 55543 Bad Kreuznach
  • Ev. Gemeindezentrum, Hedwigsgärten 2, 55606 Kirn

Nähere Informationen zu allen anderen Kursangeboten im Bereich Grundbildung erhalten Sie direkt bei der ELAG.

Kursleiter/innen für ESF-Alphabetisierungs- und Grundbildungskurse

Für die Durchführung der Alpha- und Grundbildungskurse und der Lernberatung innerhalb des Europäischen Sozialfonds sind die Einrichtungen der Evangelischen Erwachsenenbildung, die in diesem Bereich Angebote machen, auf der Suche nach kompetenten Kursleiterinnen und Kursleitern mit Erfahrung. Über Voraussetzungen und benötigte Qualifikationen informiert Sie unser Anforderungsprofil.

Anfragen und Bewerbungen besprechen Sie bitte mit den genannten Ansprechpartner/innen unserer Einrichtungen, die sich an dem Projekt „Alphabetisierungskurse und Unterstützungsmaßnahmen“ im Rahmen des Europäischen Sozialfonds beteiligen (siehe auch hier)

Anforderungs- und Aufgabenprofil für Kursleiter/innen

Anforderungen:

Voraussetzungen für eine effektive Mitarbeit als Kursleiter/in in den Alphabetisierungs- und Grundbildungsangeboten des Projekts „Alphabetisierungskurse und Unterstützungsmaßnahmen“ sind

  • die Bereitschaft zu einer größeren psychischen und zeitlichen Belastung durch Unterricht, Lernberatung und ggf. Betreuung von Teilnehmenden
  • die Bereitschaft, langfristige Verantwortung für eine Lerngruppe zu übernehmen,
  • die Bereitschaft kooperativ und in Netzwerkstrukturen zu arbeiten.

Die Kursleiter/innen in den Alphabetisierungs- und Grundbildungsangeboten des Projekts sind in der Regel neben- oder freiberuflich auf Honorarbasis tätig. Sie bringen in der Regel folgende Ausbildung bzw. Berufserfahrung mit:

  • Studium Pädagogik, Sprachwissenschaften, Erwachsenenbildung, Germanistik, Sozialarbeit, Sozialpädagogik und / oder Erfahrungen in Deutsch als Fremdsprache / Deutsch als Zweitsprache
  • Lehrer/innen an allgemeinbildenden Schulen
  • Lehrer/innen an Sonderschulen
  • Berufsschullehrer/innen
  • (Diplom)-Pädagog/innen
  • (Diplom)-Psycholog/innen
  • Student/innen
  • Sonstige

Die Kursleiterinnen und Kursleiter verfügen über Unterrichtserfahrung in Alphabetisierungskursen mit deutschsprachigen Erwachsenen und / oder in Integrationskursen mit Alphabetisierung.

Kursleiter/innen / Dozent/innen sind vertraut mit förderdiagnostischen Verfahren zur Ermittlung der Schriftsprachkompetenz Erwachsener und sind in der Lage, spezifische Aspekte der Alphabetisierung von Migrantinnen und Migranten zu berücksichtigen, insbesondere in Bezug auf den Erwerb von grundlegenden schriftsprachlichen Kompetenzen.

Die Kursleiter/innen qualifizieren sich in Fortbildungsveranstaltungen für die Arbeit im Alphabetisierungsbereich bzw. bilden sich regelmäßig weiter. Der Besuch mindestens eines Einführungsseminars ist für alle Kursleitenden verpflichtend. Nach Möglichkeit schließen sie sich einer regionalen Arbeitsgruppe an.

Aufgaben:

  • Konzeption, Vorbereitung und Durchführung der im Förderansatz „Reduzierung von Analphabetismus“ definierten Kursangebote und der Lernberatung
  • Didaktische Konzepte erstellen und lernerorientiert umsetzen
  • Lernsituationen erwachsener Lernender berücksichtigen und lebensnahes Lernen ermöglichen
  • Geeignetes Unterrichtsmaterial kennen lernen, entwickeln, erstellen, austauschen
  • Analyse von Lehrwerken und Unterrichtsmaterialien
  • Besondere Inhalte, Methoden und Übungsformen der Alphabetisierung / Grundbildung kennen, gezielt im Unterricht umsetzen und bedarfsgerecht berücksichtigen (z.B. Lernportal ich-will-lernen.de, Motivationselemente zur Steigerung der Lernmotivation und Ausdauer, ökonomische Grundbildung, Rechnen, Arbeiten am PC)
  • Kollegialer Erfahrungsaustausch zur Arbeit mit Analphabet/innen, zu sozial stark divergierenden Gruppen und zur Arbeit in den einzelnen Einrichtungen
  • Lernfortschritte bewerten und mit den Teilnehmer/innen besprechen
  • Individueller Förderpläne mit den Teilnehmer/innen erstellen
  • Im Rahmen ihrer Unterrichts- bzw. Beratungstätigkeit verpflichten sich die Kursleiter/innen, die Rahmenbedingungen für den Förderansatz „Reduzierung von Analphabetismus“ im Rahmen der Umsetzung des Europäischen Sozialfonds in Rheinland-Pfalz sowie die weiteren Regelungen des Europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Soziales, Arbeit Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz in der jeweils gültigen Fassung zu beachten

Aktuelles Kursangebot

Das aktuelle Kusrsangebot entnehmen Sie bitte der Anlage:

 

Statement des Beauftragten der Evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz

Statement des Beauftragten der Evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz anlässlich der Vorstellung des Bündnisses gegen funktionalen Analphabetismus am 21.05.2013 in der Agentur für Arbeit, Mainz

Im Namen der Evangelischen Kirchen im Lande Rheinland-Pfalz danke ich dem Land Rheinland-Pfalz und namentlich dem Bildungsministerium und Frau Staatsministerin Ahnen sehr herzlich für ihr Engagement bei der Initiative für Alphabetisierung und Grundbildung und dafür, dass Sie viele Akteure in einem Netzwerk zusammen bringen. Ich möchte ganz am Anfang meines Statements mit einem Beispiel ein wesentliches Motiv unserer Beteiligung deutlich machen: Wir wollen, dass die Mutter, die aus welchen Gründen auch immer nie richtig lesen und schreiben gelernt hat, ihrer erwachsenen Tochter oder ihrem Sohn einen Geburtstagsgruß schicken kann und dass sie sich auf dem Amt nicht mehr schämen muss, weil sie nicht unterschreiben und die Formulare nicht selbst lesen kann. Das ist jenseits des wichtigen Themas der Arbeits- und Berufswelt ein starkes Motiv sich daran zu beteiligen, dass Menschen den aufrechten Gang lernen, sich nicht schämen müssen und soziale Beziehungen in der Weise pflegen können, wie es in unserer schriftgeprägten Kultur üblich ist.

Die Evangelischen Kirchen beteiligen sich sehr gerne – vor allem über die ELAG (Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung, http://www.elag.de/) an dieser Initiative vor dem Hintergrund, dass die evangelischen Fachstellen und Einrichtungen für Erwachsenenbildung wie auch die Diakonie bereits vor 20 Jahren damit begonnen haben, überwiegend durch Sprach- und Orientierungskurse, aber auch durch Alphabetisierungskurse für Migrantinnen und Migranten Grundvoraussetzungen zu bieten, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Seit 2008 bietet die Evangelische Erwachsenenbildung verstärkt auch Kurse im Bereich der Grundbildung Deutschsprachiger an, von denen, wie wir seit der Veröffentlichung der erschreckenden Zahlen der LEO-Studie wissen, 7,5 Millionen, d.h. ein durchaus erheblicher Teil der erwerbsfähigen Bevölkerung, nur unzulänglich lesen und schrei-ben können.

Wir tun dies als Evangelische Kirche und Diakonie in der Linie unserer Tradition mit einem doppelten Motiv: „Bildung für alle!“ war ein zentrales Motiv der Reformation, an die wir in diesen Jahren erinnern (2017 feiern wir 500 Jahre Reformation). Die damals „Obrigkeit“ genannten Regierungen wurden von den Reformatoren aufgefordert, Schulen für alle einzurichten. Gleichzeitig ist Bildung für alle ein wesentlicher Baustein für soziale Gerechtigkeit, für die wir uns einsetzen. Lesen und Schreiben zu können ist nicht nur eine wichtige Voraussetzung für den Einstieg in die Berufs- und Arbeitswelt, sondern gehört zur Teilhabe im alltäglichen Leben in unserer Gesellschaft.

Deshalb suchen wir den niederschwelligen Kontakt zu Menschen, die mit diesem Problem zu kämpfen haben, es aber aus Scham oftmals nicht thematisieren: Etwa im Kontext der Tafelarbeit oder in unseren rund 430 Kindertagesstätten, die einerseits selbst zu elementarer Bildung wesentlich beitragen, wo wir aber auch Kontakt zu Eltern finden, die von der Problematik betroffen sind. Für die Einzelbetreuung Betroffener qualifizieren wir Ehrenamtliche.

Der Aufbau regionaler Netzwerke unterschiedlicher Akteure kann tatsächlich als einer der wichtigsten Schritte gelten, um Betroffene zu erkennen, mit der gebotenen Sensibilität anzusprechen und passgenaue Angebote für die verschiedenen Zielgruppen zu entwickeln. Vor dem Hintergrund unserer Erfahrungen in diesen Projekten zeigt die heutige Vorstellung der landesweiten Initiative zur Alphabetisierung und Grundbildung ihre wichtige politische Bedeutung! Wir wünschen dem Projekt eine gute Zukunft!

Breites Bündnis gegen funktionalen Analphabetismus im Land

Am 21.05.2013 fand die offizielle Unterzeichnung der Landesinitiative „Alphabetisierung und Grundbildung“ durch die Unterstützer statt, zu denen  die Landeskirchen gehören, vertreten durch den Beauftragten der Evangelischen Kirchen im Lande Rheinland-Pfalz, Herrn Dr. Posern.

Anlässlich der Unterzeichnung wurde auch die neue Internetplattform „Alpha-Portal Rheinland-Pfalz“ vorgestellt.

„Das Portal stellt die verschiedenen Aktivitäten im Land vor, gibt eine Übersicht über Alphabetisierungskurse und deren Anbieter und stellt zielgruppenspezifische Informationen – beispielsweise für Lernende, Kursleiterinnen und Kursleiter – bereit“. (Auszug aus der Presseerklärung)

Informationen für Abrechner

Informationen für Abrechner finden Sie im Mitgliederbereich