Kategorie: AlBi

Neue Veranstaltungen

Am 13./14.Mai findet an der Universität Mainz ein Workshop für Unterrichtende mit dem Thema „Der PC in Alphabetisierung und Grundbildung“, am Samstag, den 4.Juni 2011 eine Fortbildung für Lehrer, Weiterbildner und Interessierte zu dem Lernportal: www.ich-will-lernen.de statt.

Tagungsdokumentation „Besser spät als nie…“

Es ist schön, eine spannende Tagung zu organisieren, und fast noch schöner, einige Erträge
unserer Tagung „Besser spät als nie … Alphabetisierung stärken!“ nun in gedruckter wie auch digitaler Form verbreiten zu können. Wir Organisatoren waren überwältigt vom Interesse am Thema und haben es sehr bedauert, dass wir nicht alle Anmeldungen berücksichtigen konnten. Als kleinen Trost können nun auch diejenigen, die wir abweisen mussten, durch diese Dokumentation an den Erträgen eines spannenden und anregenden Tages teilhaben.

Markus Höffer-Mehlmer

Fortbildung für Ehrenamtliche

Schreibende Hand auf Blatt PapierAlphabetisieren mit Herz und Verstand

28. Februar 2010

Für Erwachsene, die Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben, gibt es – gerade im ländlichen Raum – häufig keine geeigneten Kurse vor Ort oder die Menschen scheuen sich, einen Kurs zu besuchen. Um diesen Menschen Einzel- oder Kleinstgruppenunterricht anbieten zu können, will das AlBi-Projekt eine weitere Form des Unterrichts auf den Weg bringen: 1:1-Unterricht oder der Unterricht in Kleingruppen bis vier Personen. Für diese Unterrichtsform sind wir auf die engagierte Mitarbeit ehrenamtlich Unterrichtender angewiesen.

Am 17.4. 2010 beginnt in Ludwigshafen eine auf zwei Samstage verteilte Fortbildung, die auf diesen Unterricht vorbereiten soll. Zwei weitere Zusatztermine sind möglich. Die AlBi-Fortbildung „Alphabetisieren mit Herz und Verstand“ will ehrenamtlich Lehrenden Grundwissen zum Thema Grundbildung und Alphabetisierung vermitteln, praktische Hilfen und Unterrichtsbegleitung anbieten. Die Teilnahme ist kostenlos.

Der Referent steht auch nach der Fortbildung im Rahmen von regelmäßigen telefonischen Sprechzeiten für fachliche Fragen und Ratschläge zu Ihrem Praxiseinsatz zur Verfügung. Die Fortbildung kann begleitend zu einem Praxiseinsatz oder auch vor Beginn eines Einsatzes besucht werden. Im AlBi-Projekt arbeiten elf Weiterbildungsträger von Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland zusammen. Diese können bei Interesse auch bei der Vermittlung eines Einsatzes vor Ort behilflich sein.

Einen Flyer und das Anmeldungsformular zum Kurs können Sie untern downloaden. Für die evangelische Erwachsenenbildung ist Frau Susanne Syren Ansprechpartnerin, falls weitere Fragen bestehen:

Susanne Syren
Projektbüro AlBi-Projekt
der Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für
Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz
Mannheimerstr. 222a
55543 Bad Kreuznach
0671 – 4837799
www.albi-projekt.de

Computereinsatz in der Grundbildung

17. Januar 2010

Mit dem Computer umgehen zu können, zählt zunehmend zu den allgemein erwarteten Kompetenzen. In der Fortbildung sollte aufgezeigt werden, wie der Computer in der Grundbildung sinnvoll genutzt werden kann und wo die Möglichkeiten und Grenzen seines Einsatzes liegen. Die Fortbildung richtete sich an Unterrichtende im Bereich Grundbildung für Erwachsene, die den Computer als Arbeitsmittel im Unterricht nutzen möchten.

Die Referentin Martina Schladt unterrichtet seit vielen Jahren im Bereich Grundbildung. Durch ihre Arbeit als Lernberaterin am Selbstlernzentrum Trier ist sie erfahren im Einsatz des Computers im Grundbildungsunterricht.

Die Fortbildung hat im Rahmen des AlBi-Projektes stattgefunden und war kostenlos.

Veranstaltungsort:

Lernzentrum Bad Kreuznach
Wassersümpfchen 23
55543 Bad Kreuznach

Zeit:

16. Januar 2010, 10.00 – 17.00 Uhr

„Besser spät als nie – Alphabetisierung stärken!“

28. September 2009

Am 25. September hat an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Tagung „Besser spät als nie … Alphabetisierung stärken!“ stattgefunden, auf der Herausforderungen, Erfahrungen und Modelle der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit thematisiert und diskutiert wurden.

Die Tagung richtete sich an Praktiker der Grundbildungsarbeit, an Bildungsverantwortliche in Betrieben und öffentlichen Einrichtungen und an alle, die in Rheinland-Pfalz, in Hessen, im Saarland und darüber hinaus am Thema Alphabetisierung und Grundbildung interessiert sind.

Vormittags wurden Befunde, Erfahrungen und Konzepte aus dem In- und Ausland vorgestellt und diskutiert. Dabei ging es vor allem um Möglichkeiten, auf der regionalen und lokalen Ebene Grundbildung voranzubringen. Der Nachmittag war praxisorientiert – Man hatte die Möglichkeit, zwischen drei Workshops zu wählen.

Zu der Kontakt- und Materialbörse, die während der Mittagspause angeboten wurde, wurden Flyer, Medienpakete oder ähnliches mitgebracht.

Ort: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Zeit: 25.09.2009, 9.30 – 17.00 Uhr
Teilnahmegebühr: 10,00 Euro
Anmeldung bis zum 10.08.2009

Nähere Informationen und ein Anmeldeformular finden Sie auch hier.

AlBi-Projekt gestartet

07. Februar 2009

Alphabetisierungs- und Grundbildung für Deutsche und für Menschen mit Migrationshintergrund

Ortsschild IntegrationNach langer Vorlaufzeit ist im September 2008 das Verbundprojekt AlBi (Alphabetisierung und Grundbildung) gestartet. Acht anerkannte Weiterbildungsträger in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland und die Universitäten Mainz und Kaiserslautern arbeiten in dem Projekt zusammen. Die kooperiert bei dem Projekt mit ihren Partnerorganisationen in Hessen und im Saarland.

Das Projekt hat zum Ziel, neue Angebote und Qualifizierungsmöglichkeiten im Bereich Alphabetisierung und Grundbildung zu entwickeln und zu erproben. Über einen Zeitraum von drei Jahren soll geforscht und getestet werden, welche Art Grundbildung die Zielgruppe besser erreichen kann.

Dass es Bedarf gibt, steht spätestens seit der IALS-Studie (International Adult Literacy Survey) von 1994 fest. Die Studie belegt, dass 14,4% der Erwachsenen über 15 Jahre in Deutschland, also ca. 7,7 Millionen Menschen, lediglich das niedrigste Niveau der Lesekompetenz erreichen. Diese in der evangelischen Erwachsenenbildung mehr in den Blick zu bekommen ist eines der langfristigen Ziele der bei dem Projekt.

Alphabetisierungs- und Grundbildungskurse für Migrantinnen und Migranten führen einige -Mitgliedsorganisationen schon längere Zeit durch. Erfahrungen aus dieser Arbeit sollen im Rahmen des Projekts erweitert und auch anderen nutzbar gemacht werden.

Im Bereich Grundbildung für Deutsche macht die Evangelische Erwachsenenbildung bisher noch keine Angebote. Die Ursache hierfür ist vermutlich, dass diese Zielgruppe nur schwer zu erreichen, aber auch, dass sie nicht öffentlich sichtbar ist.

Menschen, die sich als Kinder und Jugendliche nicht ausreichend Kenntnisse aneignen konnten, um den Alltag ohne fremde Hilfe zu bewältigen (Grundbildung bedeutet z.B. auch ausreichend Kenntnisse im Rechnen), schämen sich meist. Sie versuchen, mit allen Mitteln, ihr Problem zu verbergen. Herkömmliche Teilnehmerwerbung greift jedoch meist auf Schriftliches zurück, so dass die Menschen, die Probleme mit dem Lesen haben, nicht erreicht werden. Ideenreichtum, Engagement und der Aufbau von Vertrauen sind nötig, um diese Zielgruppe zu erreichen.

Ein Beispiel aus der Praxis:
Herr S. ist 50 Jahre alt, Deutscher und Witwer mit zwei Kindern im Alter von acht und zwölf Jahren. Er lebt in Rheinland-Pfalz in einem kleineren Ort auf dem Land. Herr S. wuchs mit vier Geschwistern auf. Die Eltern hatten viel in der Landwirtschaft zu tun und keine Zeit, sich um die Schulschwierigkeiten des Sohnes zu kümmern. Herr S. musste in der Grundschule drei Mal eine Klasse wiederholen und kam nie auf eine weiterführende Schule. Auch der Vater von Herrn S. konnte schon nicht richtig lesen und schreiben.

Nach der Schule fand Herr S. trotz fehlendem Abschluss eine Lehrstelle. Im Betrieb und auch in der Berufsschule wusste niemand von seinem Problem, so dass er auch keine besondere Förderung bekam und die Prüfung nicht bestand. Er arbeitete trotzdem weiter in dem Betrieb, bis dieser geschlossen wurde. Nach zwei Monaten Arbeitslosigkeit fand er aus eigenen Kräften eine andere Arbeitsstelle.

Vor ein paar Jahren wurde er mit Kollegen zu einem Lehrgang geschickt. Erst am Schluss vertraute er sich dem Dozenten an und erklärte sein Problem. Der meinte, das hätte er doch gleich am Anfang sagen sollen. Die Hemmungen vor seinen Arbeitskollegen waren aber zu groß.

Vor zwölf Jahren, bei der Geburt des ersten Kindes, machte Herr S. einen neuen Anlauf, Lesen und Schreiben zu lernen. Einen 30 Kilometer langen Fahrweg nahm er dafür in Kauf, denn in Wohnortnähe gab es kein Angebot.

Inzwischen wissen seine Kinder, dass er Probleme mit dem Lesen und Schreiben hat. Entschuldigungen muss die Ältere selbst schreiben, Briefe liest sie ihm vor. Er versucht, seine Kinder zum Lernen anzuhalten, ermuntert sie, sich gegenseitig vorzulesen. Herr S. möchte nicht, dass jemand in seinem Dorf oder bei der Arbeit von seinem Problem erfährt. Er hat Angst, seine Kinder könnten gehänselt werden.

Herr S. hat es geschafft, einen neuen Anfang im Lernen zu machen. Er hat ein für ihn passendes Angebot, allerdings weit entfernt, gefunden. Damit dieser Schritt für mehr Menschen möglich wird, will das AlBi-Projekt Akteure in der Grundbildung von Erwachsenen mit und ohne Migrationshintergrund unterstützen, Schlüsselpersonen für das Problem sensibilisieren, neue Angebote entwickeln und erproben und Unterrichtende fortbilden.

Informationen zu dem Projekt erhalten Sie bei Frau Susanne Syren unter dieser E-Mailadresse: susanne.syren@elag.de.

Bildquellen: moonrun/fotolia.de und albi-projekt.de